Antidiskriminierungsnewsletter 03/2021

Antidiskriminierungsnewsletter Netzwerk RESPEKT. Für Teilhabe und gegen Diskriminierung 03/2021

 

Rückblicke:

08.03. – Feministischer Kampftag

Der internationale Frauentag fand dieses Jahr vor einer Kulisse von Ereignissen statt, die dessen Werten deutlich entgegenstehen. Einige dieser Ereignisse möchten wir hier kurz nennen, da sie aufzeigen, wie viel Handlungsbedarf gegen Sexismus jeden Tag noch herrscht.

Demonstrationen in England #textmewhenyougethome

In Großbritannien löste der Tod von Sarah Everard eine Debatte über die Sicherheit von Frauen aus. Auf dem Weg nach Hause verschwand sie, mittlerweile ist ein Polizist wegen Verdacht auf Mord festgenommen. Unter dem Hashtag #textmewhenyougethome teilten Betroffene ihre Erfahrungen. Proteste in London wurden teilweise gewaltsam aufgelöst, die Polizei steht in der Kritik.

Abtreibungsgebot in Arkansas verschärft

Der US-Bundesstaat verabschiedete kürzlich den „Arkansas Unborn Child Protection Act“, der Abtreibungen nur noch dann erlaubt, wenn sie medizinisch notwendig sind, um das Leben der Mutter zu retten. Auch für Schwangerschaften nach Missbrauch oder Inzest sieht das Gesetz keine Ausnahmen vor. Das Ziel sei es, ein neues, strengeres Grundsatzurteil in den USA zu erreichen.

Aber auch in Deutschland ist nach wie vor die Freiheit von Menschen mit Gebärmutter, über den eigenen Körper zu entscheiden eingeschränkt. Der §219a verbietet es Ärzt*innen über Schwangerschaftsabbrüche in ihrer Klinik/Praxis zu informieren. Mehr Informationen über die aktuelle Lage hier.

Sport und Sexismus: Ein strukturelles Problem

Heiko Vogel, der Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach, hat sich im Spiel gegenüber Schiedsrichter-Assistentinnen in „ausfallender Weise geäußert“ (WDFV-Mitteilung): „Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen“, dies wurde allerdings nur als unsportliches Verhalten benannt. Als Strafe sollte er dafür ein Frauenteam trainieren. Ein offener Brief der Spielerinnen der ersten und zweiten Bundesliga benennt den Vorfall als diskriminierend und beleidigend und stellt klar, dass das Training einer Frauenmannschaft keine Strafe sein kann. Mittlerweile hat der Verein die Darstellung, dass die Trainingseinheiten eine Strafe darstellen, zurückgewiesen (https://www.sportschau.de/fussball/dpa-wegen-heiko-vogel-bundesliga-frauen-schicken-brief-an-dfb-story100.html). Es ist aber nicht das erste Mal, dass Frauenfußball als „Strafe“ oder Therapietool genutzt wurde, wie hier zu lesen ist.

Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention

In der Nacht zu Samstag ist die Türkei aus der Istanbul-Konvention ausgetreten, Polen überlegt ebenfalls auszutreten. Die Konvention hat die Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie die Gleichstellung von Mann und Frau zum Ziel. „Ausgerechnet im Pandemiejahr schnürt man uns die Luft zum Atmen ab, anstatt uns etwas mehr Luft zu verschaffen. Sie beschließen etwas, wodurch wir noch mehr Schutz verlieren. Das können wir niemals akzeptieren.“ (Gülsum Kav, Aktivistin für Frauenrechte).

 

Es gibt aber nicht nur Negatives zum Thema Sexismus zu berichten:

Generation Equality

Die UN-Woman Kampagne setzt sich für die Rechte von Frauen ein, unabhängig von der Herkunft. Es geht um Aufklärung, Wissensvermittlung und auch um Zusammenarbeit mit Akteur*innen direkt vor Ort. Aktuelle Kampagnen sind Generation Equality und UN Woman Deutschland & SIXX. Du möchtest dich über Ehrenamt, Kampagnen oder einfach allgemein informieren? Dann klicke durch die Website unter: https://www.unwomen.de/

Repräsentation in den Medien

Eine positive Entwicklung ist zum Beispiel, dass die Spiegel-Redaktion sich ein Vorbild an dem Projekt „50:50“ des britischen Senders BBC nimmt und fortan in allen Sendungen und in allen Beiträgen so viele Frauen zu Wort kommen lassen will, wie es der Realität entspricht: 50 Prozent. Mehr Informationen zum erfolgreich umgesetzten Projekt der BBC findet ihr hier.

 

 

16.03. – Anschlag in Atlanta

Am 16. März erschoss ein weißer Mann in Atlanta 8 Menschen (darunter 6 Frauen asiatischer Herkunft) aus rassistischen und frauenfeindlichen Gründen. Wir gedenken den Opfern dieses rassistischen und misogynen Anschlags! Besonders empörend: Die Polizei sprach zunächst davon, der Täter habe „einen schlechten Tag“ gehabt.

Die Journalistin Nhi Le spricht in diesem Artikel über den Anschlag sowie den Zusammenhang mit Anti-Asiatischem Rassismus und Sexismus.

 

Aktuelles:

Aktionswochen gegen Rassismus (15.-29.März)

Hier findet ihr unsere Übersicht über die Aktionen, die im Landkreis im Rahmen der Woche gegen Rassismus (15.-29. März) stattfinden bzw. stattgefunden haben: https://www.respekt-netzwerk.de/de/blog/2021/03/15/aktionswochen-gegen-rassismus-15-29-maerz/

Wenn ihr diese Woche durch die Stadt geht, seht ihr bestimmt noch Bodenaufkleber, Sprühkreideslogans oder Plakate, die auf das Thema hinweisen.

Bilder der Kreidaktion am 19.03. in Kooperation zwischen Fridays For Future Stendal und dem Netzwerk Respekt.

Hier findet ihr den Link des Redebeitrags des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt zur anschließenden Fahrrad-Demo zum Klimastreik.

Weitere Hinweise zum Thema folgen im nächsten Newsletter. Gern könnt ihr uns dazu auch Themen nennen, die wir aufgreifen sollen.

Romnja Power Month (08.März-08.April)

Mit dieser besonderen und in Deutschland einzigartigen Veranstaltungsreihe wollen die Veranstalter*innen Romnja* und Sintezzi* als künstlerisch, wissenschaftlich und gesellschaftskritisch handelnde Akteurinnen* hervorheben und ihre Arbeiten einem breiten Publikum vorstellen.Der Romnja* Power Month macht Beiträge, Geschichte, Themen und Gesellschaftsanalysen von Rom*nja und insbesondere auch von Frauen* sowie von feministischen Perspektiven sichtbar. Zum Programm 2021: https://www.romnja-power.de/romnja-power-month-2021/

Queere Self-Care Routine noch bis zum 26.März

Du bist queer, inter*, trans* oder nicht-binär und du hast keine Möglichkeit mehr dich mit Personen auszutauschen? Trans-inter-aktiv Mitteldeutschland e.V. hat noch bis zum 26. März eine Online-Self Care Routine organisiert. Jeden Morgen von 9.30 bis 10.00 Uhr kannst du kostenlos an moderierten Sessions teilnehmen und austauschen. Weitere Informationen findest du hier.

 

Hinweise:

Digitale Gewalt, was tun?

Hasskommentare sind für viele Personen leider Alltag geworden. Doch was können betroffene Personen tun? Seit 2018 gibt es das kostenlose Beratungsangebot Hate Aid. Betroffene Personen können sich unter https://hateaid.org/ Hilfe suchen, kostenlos und unverbindlich.

Facebookseite der Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt 

Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt ist die zentrale und unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die Benachteiligungen in verschiedenen Lebensbereichen erfahren haben. Hier werden diskriminierungsrelevante Beiträge aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus gepostet: https://www.facebook.com/Antidiskriminierungsstelle-Sachsen-Anhalt-105412994148445

 

Abschließend:

Was ist Cancel Culture, ist sie falsch oder wichtig und was hat Cancel Culture eigentlich mit Diskriminierung zu tun? In einer spannenden Debatte des Formats „13 Fragen“ des Zdf setzen sich drei Befürworter*innen und Gegner*innen mit diesem Thema auseinander. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Diskussion! (45 Minuten) https://www.youtube.com/watch?v=YjeTikJuVHA&ab_channel=ZDFheuteNachrichten

 

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